Wachkomaforum

Normale Version: Was bewirkt die Früh-Reha?
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Hallo,
ich bin neu hier. Mein Name ist Michaela und ich bin momentan auf der Suche nach Hoffnung!

Eine gute Freundin und Verwandte erlitt vor 3 1/2 Wochen in Spanien einen Herzinfarkt, Sie mußte 2 mal reanimiert werden und wurde dann in ein künstliches Koma versetzt!
Nach 2 Wochen flog der ADAC sie in diesem Zustand in unsere Klinik in Oldenburg. Dort hat man die Medikamente herunter gefahren und sie fiel letzte Woche Mittwoch in das Wachkoma.
Sie hat die Augen auf, und ich bin absolut davon überzeugt, das sie hören kann. Sie weint, der Puls geht hoch oder sie verzieht das Gesicht.
Am Wochenende erfuhren wir von den Ärzten, das sie auf der Intensivstation nichts mehr für sie tun können, und eine Früh-Reha beantragt werden soll.
Nun bekommt sie ab nächste Woche Donnerstag einen Reha Platz auf der Station von Prof. Zieger im Ev. Krankenhaus hier in Oldenburg.
Was kann man von der Früh-Reha erwarten? Welche Erfahrungen wurden bisher gemacht? Ist die Eignung für die Früh-Reha bereits ein Zeichen dafür, das sie aus ihrer Schwebe zurück kommen kann?
Ich weiß, jeder Fall ist anders, aber momentan klammern wir uns an jeden Strohhalm!
die frühreha ist die sogenannte "phase b" der neurologischen reha.
für wen? :
bewusstseinsgestörte, verwirrte , unruhige und auch bewusstlose menschen, einschließlich wachkoma

hauptziele:
"ins bewusste leben zurückführen" durch aktivierende einzelförderung und gezielte therapeutische stimulation zur anregung basaler wahrnehmung und kommunikation .

(quelle: peter nydal "wachkoma")

also, es ist schon mal ein fortschritt, dass deine freundin auf die frühreha verlegt wurde, ein garant, dass sie bald wach ist ist es aber nicht, denn das kann uns leider keiner sagen, wann und ob die menschen überhaupt "aufwachen" Sad.
ich verstehe dich , wie schlimm das alles ist- zwei freunde von mir liegen im wachkoma (einer nach einem schweren motorradunfall, der andere nach einem blitzschlag , bei dem er einen herz-kreislauf-stillstand hatte und reanimiert werden konnt)- aber gib niemals die hoffnung auf und höre auf deine gefühle!!!
Hallo
hier meldet sich die Jutta, meine Tochter Christin lag 8 Monate im "Wachkoma" im Nachhinein muß ich vermuten, das es kein Wachkoma wahr, sondern das sie wach war wie sich eben in ihrem Zustand wach sein konnte, auch sie hat geweint, das Gesicht verzogen, und geschwitzt und ist die ganzen 8 Monate nicht zur Ruhe gekommen, heute vermute ich, das all ihre Rektionen Zeichen waren, die ich damals nicht deuten konnte, vielleicht hat sie viel mehr mitbekommen als alle Menschen um sie herum einschließlich der Ärzte vermutet hatten.
Die Hirnforschung und Neurologie steckt einfach noch in den Kinderschuhen, man weiß zu wenig, und deshalb finde ich persönlich,aus dieser Erfahrung heraus mit meiner Tochter, das es unmenschlich ist Menschen zu reanimieren und danach nicht zu wissen wie man mit ihnen umgehen soll und was in ihnen passiert. Es kann durchaus sein das so ein Mensch bei vollem Bewußtsein ist und nur nicht mehr in der Lage ist seine Körperfunktionen zu steuern. Und wenn ich mir heute vorstelle in so einer Verfassung zu sein, .............dann möchte ich nicht weiterdenken.
Ich finde es unerhört was die Medizin sich heute anmaßt. Es ist ja kaum jemand in der Lage Wachkoma vom Loginsymthom zu unterscheiden, was machen wir da mit unseren Mitmenschen.

Ich bin heute der Ansicht ich hätte Christin nach Hause holen müssen und ihr die Chance geben sollen, selber zu entscheiden welchen Weg sich gehen will. Sie ist gezwungen worden diesen Leidensweg zu gehen und das finde ich grausam. Damals hatte ich nicht die Kraft dazu, und ich hab mich auch nicht in der Lage gefühlt sie 24 zu pflegen, ich bewundere die Menschen die das können, aber ich bin auch nicht mehr die jüngste, und ich hätte das einfach nicht ausgehalten.

Dies ich einfach nur meine ureigenste Meinung die aus dieser furchtbaren Erfahrung entstanden ist, und ich bin seither mit diesen Auswüchsen unserer "Zivilisation" und unseres "medizinischen Fortschrittes" fürchterlich auf dem Kriegpfad. +

Trotz allem hab ich hier noch einen Buchtipp, der mir damals wirklich sehr geholfen hatt "Wachkoma, ein Weg der Liebe" mir fällt grad der Autor nicht, ist aber ein ganz bekanntes Buch, Ah jetzt fällts mir ein, dieses Buch hat Arnold Mindel geschrieben. Ich vermute mal das über diese Techniken die dort aufgezeigt werden und die ich teilweise angewandt habe, ein wenig Kontakt zu Christin hergestellt werden konnte, wenn auch nicht mit sichtbarem Feedback. Dieses Buch sollte eigentlich jeder von Anfang an als treuen Begleiter bei sich tragen und natürlich lesen. DAs Buch SChmettterling und Taucherglocke ist auch sehr zu empfehlen, um sich ein ganz klein wenig einzufühlen in die Situation eines "Wachkomapatienten". Ich empfehle unbedingt ganz viel selber zu lesen was dieses Thema angeht und immer auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Das bringt einen weiter als jede medizinische Diagnose.
Christin war auch in der Frühreha, meiner Meinung wurde sie dort total überfordert. ES ist einfach eine Tatsache, das in einer solchen Reha keiner die Zeit hat so einfühlsam und langsam und vorsichtig Reha zu machen wie es bei diesen Patienten notwendig wäre.
Es sei denn man hat einen Sack voll Geld und kann sich die Therapeuten leisten.

Bitte nicht übelnehmen wenn ich etwas sarkastisch klinge, aber meine Sichtweise hat sich durch dieses Erlebnis ganz rapide verändert.

Meine Tochter ist leider im Januar diesen Jahres verstorben,
Ich grüße alle hier im Forum die mir mit guten Ratschlägen zur Seite gestanden haben.

Mein tiefstes Mitgefühl möchte ich hier noch aussprechen für alle Betroffenen und Angehörigen der Betroffenen
guten morgen Jutta,

ich hoffe, dein post wird viel gelesen werden.
ich möchte da gar nicht einzeln darauf eingehen, da das deine aussage verwischen würde.

nur eine persönliche bemerkung, sollte ich herausgelesen haben, dass du dir vorwürfe machst, ich weiss es nicht genau, aber das ist nicht nötig, du hast getan was du konntest, mehr geht nicht, leider, ich weiss genau wie man sich da fühlt.

es würde sehr freuen, wenn du hier weiter schreiben würdest.


liebe grüße,
ursel
Hallo Ursel

ja du hast richtig gelesen, manchmal mach ich mir noch Vorwürfe, obwohl ich eine ganz wunderbare Methode gefunden habe, wie ich mir selber in solchen Momenten helfen kann. Es ist die meridiane Energietechnik, abgekürzt Met, ich bin dem da oben so dankbar das mich diese Mehtode gefunden hat, klingt vielleicht ein bischen merkwürdig, aber ich seh es so, alles was zu mir kommen soll, findet auch den Weg zu mir. Seit Christins "Abflug" kommt alles was kommen soll, fast ohne mein Zutun, brauche hinter nichts mehr hinterherzulaufen. Ich arbeite wieder im Kindergarten, gebe den Kindern dort was eigentlich meine Enkel bekommen hätten. Meine Beziehung ist auch wieder in Ordnung gekommen. Und Christin ist mein Schutzengel geworden.
Du meinst also ich sollte hier öfter mal schreiben, ich hatte eigentlich mit der ganzen Wachkomaangelegenheit abgeschlossen, weil ich einfach der Meinung bin unsere Medizin ist total überheblich geworden-. Der Mensch spielt als lebendiges weltliches und spirituelles Wesen keine Rolle mehr, auch dort geht es überall um Macht, Ansehen und Geld und was mir fast Übelkeit bereitet sie stellt sich über, wie soll ich es nennen, es ist nicht dieses eine Wesen das man Gott nennt, ich nenne es den "großen Geist" der mehr weiß als wir alle zusammen. Wir Menschen sind Grenzüberschreiter der übelsten Art geworden.
Au weia jetzt verzettel ich mich wieder, will ich gar nicht. Auf alle Fälle vielen Dank für deine Antwort. Hab die Befürchtung gehabt ich werde hier in Grund und Boden gestrampft.
Lieber Gruß von Jutta
hallo Jutta,
niemand stampft dich in den Boden.
Auch ich habe eine Tochter (24)seit 2006 nach einem Polytrauma mit schweren SHT im Koma(Autounfall)> MCS> zu betreuen.Nach 6 Monaten KH mit allen Höhenundvor allemTiefen und "Abschiebung" von dort in eine Langzeitpflegeeinrichtung habe ich sie auf Eigenverantwortung nach Hause geholt ...mit Kanüle noch...nach dem Mottounsicherterben kann sie da auch ----und mit einem individuellen Rehabilitationsprogramm begonnen.
Es war höchst riskant..ich hab sie von allen Medikamenten sofort abgesetzt und auch von der Sondennahrung und für sie extra gekocht.
Der Einsatz--24 Stunden/7tage ist nicht ohne...aber er hat sich für uns bis jetzt gelohnt.
Sie wacht zunehmend auf, hat schlucken gelernt..trinkt aus dem Becher,isst breiig und lernt jetzt kauen.
Laute beginnt sie auch zu bildenund sie kann uns soweit auch mimisch mitteilen,dass sie zur Toilette muss.
die spastische Tetraplegie bildet sich zurück, sie beginnt wieder langsam aktiv zu bewegen.
Ich teile deine Ansichten bzgl.Anmassung mancher Ärzte voll und ganz...habe aber nun andere gefunden, die sehr in Ordnung sind.Es kommt immer alles,zum richtigen Zeitpunkt und alles hat seinen Sinn auch wenn man ihn meistens nicht sofort klar erkennt.
Ich bin dankbar für jeden Tag an dem ich meine Tochter begleiten darf aber sie entscheidet wielange und bestimmt auch das Tempo.
Wir haben alle bis jetzt unendlich viel von ihr gelernt und noch zu lernen.
Ich glaube jeder tut in dem Fall alles,was er kann und braucht sich auch keine Vorwürfe machen.
Als Schutzengel ist dir die Tochter vielleicht näher,als sie es irdisch je hätte sein können.Und der Schmerz und die Trauer vergehen mit der Zeit.Ich finde es schön, dass du deine Kraft und Liebe dann anderen Kindern angedeihen lässt.
Alles Gute und bleib dieser Seite erhalten, denn auch deine Erfahrungen jetzt und in Zukunft können für deine "Nachfolger" sehr hilfreich sein.
LG Hilde
grüße dich jutta, schön dass du dich nochmals meldest.

ja, sehe ich genauso, die Medizin überschreitet Grenzen, die zu missachten Unheil bringt.

wenn du das den ärzten sagst, und ich tat das mehrfach schon in den ersten tage der intesivbehandlung, als ich den ganzen üblen aufwasch, der hinterher folgt, noch gar nicht kannte, sind sie alarmiert und versuchen, dich auszugrenzen und als gaga hinzustellen.
damit das geschäft weitergehen kann.
ganz normal, der mensch ist des menschen wolf, das verbirgt sich natürlich hinter einem lächeln und irgendwelchem gelaber.

die katholische kirche spricht zu recht, wie ich meine, von der "heiligkeit des lebens".
jetzt bin ich nicht religiös, aber ich sehe sie, in jedem lebewesen.
ganz unpathetisch, ganz selbstverständlich.
es ist eine dem leben innewohnende würde. man erkennt sie, wenn man dafür talentiert ist.
oder man sieht sie eben nicht, dann ist auch inhumanes handeln erst möglich.

jeder, der einen menschen auf einen hirnschaden oder sonst ein merkmal reduzieren muss, ist ein armer tropf.
die personen sind sich dessen nicht bewußt und leben auch oft gut. da sie nicht wissen, was sie tun.
aber wenn man genau hinschaut, zum beispiel bei ärzten, die eindeutig kausal schuldig sind am leiden anderer - das gibt es, ich höre schon beinahe den aufschrei der beschwichtigungsfrakton - bei aller materiellen ausstattung feht etwas wie ein innerlicher frieden.
der eine ist stumpf, der ander alkoholkrank, der dritte sm-fixiert, der vierte bei aller priviliegiertheit ständig gehetzt.
ist ja nicht schlimm, aber der innere halt feht eben. der kann meines erachtens nur im erkennen - unter anderem - der eigenen begrenztheit einkehren.
du hast es erkannt: kein plan, aber immer die kasse im auge.

meridane Energietechik, aha, klingt interessant, kenne ich bis jetzt nicht.
ich habe mich gefreut, hier mit jemanden wie dir zu schreiben, der die traurigen und erschreckenden entwicklungen - unter anderm in der medizin - ähnlich sieht wie ich. sensible menschen bereichern.


alles liebe,
ursel


hallo hilde,
ich finde dich ja sehr nett. aber mir wird zunehmen deutlich übel, wenn ich beschwichtigungsformeln wie:"wir haben unendlich viel durch unsere tochter gelernt" und so fort lese.

ich höre dieses und ähnliches jeden tag. und es hängt mir zu den ohren heraus.
deiner tochter geht es gut, das freut mich. aber sehr vielen geht es nicht im ansatz so gut, und ohne dass sie daran schuld sind.
deine phrasen wie, ich zitiere dich, "eine tolle erfahrung, die wir mit dem wachkoma unserer tochter machen dürfen" sind dann bei diesen schwer leidenden menschen aber sowas von deplaziert.
ich gönne dir deine freude über deine tocher von herzen, aber verallgemeinere diese positive erfahrung nicht auf andere.
#
sowohl menschen, die im wachkoma sind, als auch engagierte angehörige sind sehr geschockt und leiden zum teil unsäglich unter der, was jutta sagte, missachtung des lebens. jutta sprach zdem von dem leidensweg, der ihrer tochter aufgezwungen wurde. ich könnt das eins zu eins auch von meinem sohn sagen.
was machen wir da mit unserern mitmenschen, fragte sie.
das ist die richtige frage, und manchmal ist es wichtiger, die richtigen fragen zu stellen, als für gegebenheiten falsche antworten zu haben.
ich finde es nicht angemessen, mich mit heile welt phantasien zutexten zu lassen.

verzeihung, liebe jutta, ich höre auch sofort auf zu zanken, ich sehe mich leider verpfichtet, ab und an ein korrektiv anzubieten.
aus respekt gegenüber dem leiden, das wachkoma bedeuten kann.

viele grüße, ursel


edit: die rechtsschreibfehler korriere ich grundsätzlich nicht, aber ich möchte die priviligiertheit von oben auf "die privilegien" ändern. das läuft besser vom sprachrhythmus, und ist richtig.

auch sehe ich gerade, jutta hat geburtstag heute.
ich denke, du liest das nicht, aber einfach mal happy birthday! Smile
ich hoffe, du hattest einen schönen tag und feiest dennoch ein wenig.
@ ursel
ich kenne deine "Geschichte" und die deines Sohnes nur fragmentarisch. Ich lese aus deinen postings aber große Verbitterung, Enttäuschung ,Verzweiflung und auch Wut und sehr wenig Positives.
du scheinst mit dem Problem alleingelassen zu sein , ich vermute, es ist dein einziges Kind....ich habe 4!
Es ist gewiss ein Unterschied in welchem Alter man damit konfrontiert wird und wie sich das Leben dadurch verändert.
Kann das alles auch nachvollziehen,denn auch wir haben Erfahrungen machen müssen/dürfen die absolut unter jeder Kritik waren.Dies waren ja auch der Grund meiner Reaktion drauf sie in dem Zustand heim zu nehmen.
"Schuld" an der Tragik...wer soll sie haben?
Ich habe diesen Begriff gestrichen.
ich habe von MEINEN Erfahrungen geschrieben und sicher nicht verallgemeinert...zumindest nicht absichtlich....denn das ist auch gar nicht möglich, denn jeder hat seinen individuellen Weg mit so einer Situation umzugehen.
Ich bin sicher kein Beschwichtiger, vielleicht fällt es mir leichter manches zu verstehen, weil ich berufsbedingt vorher auch die "Gegenseite" kennenlernen durfte.Vielleicht ist es auch meine Weltanschauung und bisherige Lebenserfahrung die mich zu dieser Position gebracht hat.Vielleicht ist es auch noch der Schock oder auch Verdrängung...genau weiß man das eben nicht.
Auch du kannst nur für dich sprechen und man könnte es genauso als Anmaßung bezeichnen wenn du dich für andere für ein Korrektiv anbietest. Was möchtest du korrigieren?..Meine Erfahrungen?
Wenn du dich durch meine Ansicht verletzt gefühlt hast, tut mir das leid, das wollte ich nicht, aber niemand zwingt dich sie zu teilen oder auch zu lesen.Es ist MEINE Realität.
LG Hilde
Hilde, iIch denke halt, die Frau, die berichtete, dass sie ihre Tochter verlor und sie jetzt als Schutzengel bei ihr sei, hätte ihre Tochter doch viel lieber am Leben bei sich und nicht im Grab.
Deine Antwort darauf lies mich etwas die Contenance verlieren. Ich wollte das in der Deutlichkeit nicht schreiben. Aber Zank ist komplett unnötig.

sachlich, vielleicht ein Antwort.

Natürlich bin ich wütend. Mein Sohn wäre heute anders dran, hätten ein paar Ärzte ihre Arbeit richtig gemacht. Ich gehe da jetzt nicht weiter ins medizinische Detail.
Belangen kann man sie juristisch auch praktisch nicht, da ich über keinerlei finanzielle Mittel verfüge. Ich kann weder Gerichtskosten vorstrecken noch einen Anwalt bezahlen.

In Deutschland gibt es zwar die Prozesskostenhilfe, aber das lockt keinen fähigen Anwalt hinter dem Ofen hervor und sie muss durch einen Richter erstmal bewilligt werden, und der tut das nur dann, wenn er Lust dazu hat *Ironie*, nein, wenn er der Sache Erfolgsaussichten beimisst, und die kann in medizinischen Prozessen in der Regel kein Richter beurteilen, dafür gibt es dann später, wenn die ersten Hürden genommen wurden, dann die Gutachter. Diese sind ebenfalls sehr teuer.

Und da medizinischen Geschichten einfach kompliziert sind, sollte der Anwalt auch jemand mit guter Ahnung sein. Die juristische Abteilung eines großen Klinkzentrums kennt nämlich ihre Sache ganz genau.

Und nicht zuletzt ist ein Staatanwalt nicht immer bereit, gegen eine Uniklinik Maßnahmen zu ergreifen. Beide sind nicht ganz unabhängig von staatlicher Administration. Wird oft geleugnet, ist aber so.
Hat mir ganz offiziell kürzlich ein pensionierter Strafrichter bestätigt, der jetzt als Anwalt so ein bisschen Robin Hood mäßig unterwegs ist, und der Zwei-Klassen Justiz ein bisschen aufzeigt, dass sie es auch mit vermeintlich schwachem Klientel nicht immer treiben kann, wie es gerade passt.
Der kennt sich im Medizinrecht nicht aus, und das ist ihm auch zu viel Arbeit, der Mann geht auf die Achtzig zu.

Zitat:"Schuld" an der Tragik...wer soll sie haben?

Das kann ich dir sagen, der der die Maßnahmen anordnet und ausführt. Ich lass mal außer acht, dass du nach deinen Angaben Schuld nicht festmachen möchtest. Es gibt sie, sei dir gewiss.
Wer mit hochpotenten Giften hantiert, muss wissen, was er da in der Hand hält.
Beispiel: Barbituratkoma ist erwiesenermaßen gefährlich und bei Ertrinkungspatienten, welche eine generelle Schädigung haben , in Abgrenzung zum SHT, zur Hirndrucksenkung komplett unwirksam, aber sehr starke Nebenwirkungen mit sich führt.

Wer aussichtslos reanimiert, stundenlang, mit allem Aufgebot an Technik, ist verantwortlich.

Wer jemanden an einen Beatmungsapparat anschließt und so lange hyperventilieren lässt, bis eine Co2 Vergiftung die Hirnzellen absterben lässt, ist verantwortlich.

Angenommen, ich gehe nachher zum Frankfurter Flughafen, setze mich in eine Boing, begebe mich zum Steuerbord und erkläre mich zum Piloten (Sicherheitsmaßnahme umgehen kann, in dem Falle), hintendrin Leute, und ich starte das Flugzeug und beginne zu fliegen, bin ich verantwortlich, wenn das Flugzeug einen Absturz hinlegt und meine ahnungslosen Passagiere darin umkommen Denn ich habe keine Ahnung wie man einen Jet fliegt.


Meine Forderung: Wachkoma im Behandlungergebnis à sollte ein Straftatbestand werden.
Die Haftpflichtversicherung des behandelnden Arztes und des verantwortlichen Chefarztes muss für alle Kosten der weiterführenden ärztlichen Behandlung, der Pflege, der umfassenden Therapien aufkommen, ebenso dem Verdienstausfall der betreuenden Pflegeperson, dass neben dem Strafmaß, das der Richter bestimmt.

Jede Wette: Es gäbe schlagartig kaum noch Menschen, die in das apallische Nirwana behandelt/ misshandelt werden.
Aus zwei Gründen:
Einmal eine wesentlich sorgsamere Intensivtherapie. Man denkt als Aussenstehender, da wird alles getan was möglich ist. Ganz deutlich: Nein.
Vieles hängt vom Zufall, dem Personal, dem Hausschema/ Ideologie ab, wie in bestimmten Situationen verfahren werden soll, wissenschaftlich oftmals völlig ungenügend erforscht, und natürlich von der Versicherung privat/gesetzlich.

Gute Behandlungsansätze werden nicht verfolgt, wegen zuviel Aufwand und Kosten: hyperbare Sauerstoffterapie in Einzeldruckkammern (HBO).
Zweite vielversprechende Möglichkeit: Herabkühlen des Patienten, Fachbegriff im Moment entfallen.
Es gibt tolle Berichte über Leute, die speziell mit letzterem sogar vollkommen wieder hergestellt werden konnten, nach sehr langer Zeit, aus dem Sterbeprozess herausgeholt.
In Finnland, nicht in Deutschland, da lebt man diesbezüglich weit hinter dem Mond.

Wo sind die Forschungen in diese Richtung? Bald gibt es das vierte Potenzmittel, aber keine Entwicklung in so überlebensrelevantem Bereich.
Ist das wieder das Geld, welches die Hauptrolle spielt?
Es würde sich lohnen --> wenn Wachkoma im Behandlungsergebnis als schwere Körperverletzung nach StGB § 226 Abs.3 anerkannt werden würde.
Schlag den vielleicht mal nach, und reflektiere vorurteilsfrei darüber. Es träfe keinen der “guten” Ärzte, die sind wertvoll, und nutzen in Haft niemandem.

Zweitens: Reanimation intelligent.
Ein Beispiel: Notarztwägen mit ausgebildeten Notärzten zu besetzen sollte in einem reichen Land Pflicht sein. Eine Reanimation von einer frischgebackenen Hautärztin ist weit weniger aussichtsreich als von jemanden, der das schon mehr als 20 mal hinter sich hat, und ebenfalls auch abwägen kann, ob man es nicht vielleicht nach einer gewissen Zeit einfach sein lassen sollte.
Auch dieser widerliche Missstand, der klar auf Kostenreduktion abzielt, sollte juristisch zu ahnden sein.
Hier zu belangen: die Organisation, die den Notarzt-Bereitschaftsdienst stellt.

Und so weiter, ich mache hier mal einen Punkt, das sind ein paar meiner Gedanken. Eine juristische Aufklärung hätte mir persönlich geholfen.

Viele Grüße,
Ursel
Hallol,

ich weiß, dass mein Beitrag sicher nicht mehr zum eigentlichen Thema "Frühreha" passt, ich weiß jedoch nicht, wie man ihn als neues Thema mit dem Beitrag von Ursel erstellt.

Aber Ursel ich möchte gerne einige Worte zu Deinem Beitrag sagen (schreiben), wobei ich Dein Schicksal nicht genau kenne.

Meine Mutter ist im Garten gestürzt und hatte sich den Arm ausgekugelt. Der Krankenwagen und der Notarzt waren schnell da, da das Krankenhaus nur ca. 6 Autominuten entfernt ist. Sie haben meiner Mutter - die ihren Hochzeittag hatte und dem entsprechend einige Gläschen Sekt mit Freunden und Bekannten getrunken hatte - einige Mittelchen gespritzt und sie mitgenommen. Im RW haben sie (wahreinlich einer) ihr anscheinend während der Fahrt ins KH (6 Min) den Arm eingekugelt. In Kombination Alkohol, Schmerzen, Streß des gesamten Körpers und Medikament erlitt sie einen Herzstillstand und wurde 15 Minuten lang reanimiert. Im KH im Ort wurde sie gar nicht aufgenommen sondern gleich in ein KH gefahren, was die 24 H Kühlung macht usw.

Ich frage mich auch jeden Tag, wenn jemand was getrunken hat und bei einer Fahrzeit von 6 min. zum KH, muss man niemanden der eigentlich stabile ist und zwar tierische Schmerzen hat mit Medikamenten vollpumpen und bei voller Fahrt den Arm versuchen einzukugeln. IM KH hätte gewährleistet werden können, dass bei einem Herzstillstand kein Sauerstoffmangel auftritt, da wären mehr als eine Person gewesen usw.

Meine Eltern bzw. ich haben auch nicht so viele finanzielle Mittel eine eigenen Prozess anzufangen, das Geld was da ist kommt meiner Mutter zu Gute. Ich werde aber den Weg des Strafantrages gehen, hier wird durch den Staat geprüft und erstmal auf dessen Kosten. Für den Fall, dass Fehler gemacht wurden, könnte meiner Mutter (bzw. ich als Betreuerin) immer noch klagen.

Prozesskosten werden nicht nach Willkür der Richter bewilligt. Es muss schon ein gewisser rechtlicher Anspruch zur Klageerhebung da sein (z.B. Schadenersatz, Schmerzensgeld o.ä. Im Übrigen zählen dann hier die Einkommensverhältnisse des Betroffenen, um zu prüfen, ob PKH in Frage kommt. Ferner gibt es auch die Möglichkeit den PKH-Anspruch von einer Klageerhebung abhängig zu machen, d.h,. wenn PKH abgelehnt wird keine Klage und wenn sie bewilligt wird dann klagen.

Ich kann nur für mich sprechen: selbst wenn ein Arzt schuldig sein sollte, hilft es meiner Mutter nicht wieder in ihr altes Leben zurückzukehren. Aber nicht nur, dass es meine Pflicht als Betreuerin ist, dem nachzugehen, nein, ein Schadenersatz bzw. ein Schmerzensgeld würde meiner Mutter helfen Therapien in Anspruch zu nehmen, die so keine Krankenkasse o.ä. Institutionen bezahlen. Ihr neues Leben in ihrer eigenen Welt würde sich sicher verbessern.

Das sind meine Gedanken, ob unser Rechtsystem auch dem Recht gibt, der Recht hat ist leider tatsächlich ein Lottospiel und hängt auch sehr viel von den Richtern ab, die sich gerne als kleine Götter des deutschen Rechts postionieren.

Ich wollte mit meinen Worten Dir und allen anderen nur sagen, versucht den Fehler der Ärzt auch zu beweisen. Es hilft niemanden und schon gar nicht den Betroffenen, das einfach nur so hinzunehmen und mit dem Schicksal zu leben. Und vielleicht bewirkt es auch, dass was Ursel angesprochen hat, dass die Körperverletzungen die die Ärzt den Patienten zufügen auch bestraft werden. Vielleicht wird es hier irgendwann ein Kontrollorgan geben, was sich auch einschaltet, wenn man nicht auf Grund ungeklärter Umstände ums Leben gekommen ist, sondern im Wachkoma liegt ö.ä.

LG
eva
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