Nie die Hoffnung aufgeben!
#1
Um hier den Menschen Mut zu machen habe ich mich angemeldet, um einen Fall zu schildern, der sich wie so oft anders entwickelt hat als gedacht.
Meine Tante (49) hatte einen dreifachen Herzinfarkt auf einer Städtereise im europäischen Ausland. Sie brach bewußtlos zusammen, aber der Krankenwagen kam einfach nicht so dass sie mindestens 5 Minuten ohne Sauerstoff war. Man belebte sie wieder, doch sie lag im Koma. Die Ärzte sagten, sie liege im Sterben, man kann nichts tun. Man solle sie sobald es geht nach D bringen und darauf achten, sie in ein KH zu bringen welches "positiv gegenüber der Sterbehilfe eingestellt ist". Das Gehirn sei irreparabel geschädigt.
Nach einigen Tagen wurde sie überführt und mit einem Spezialwagen nach Bayern gebracht. Dort lag sie weiter im Koma. Die Ärzte machten CT, EEG und sagten: Das Gehirn sei unbrauchbar, irreparabel, keine Hoffnung mehr. Die Tochter solle bitte zustimmen, die Patientin verhungern zu lassen. Aufgrund des Gewichtes könne das aber lange dauern (????).
Plötzlich machte meine Tante die Augen auf und wieder zu. Wachkoma , sagte man, da sie niemanden ansah. Dann blieb sie aber längere Zeit wach und wendete den Kopf , sah die Verwandten an und lächelte. Zufall, meinte man. Sie konnte aber wieder alleine atmen, teilwise nur stoßweise, so dass sie noch ein Kästchen am Hals hat (für Notfälle). Dann fing meine Tante an zu sprechen (soweit das mit dem Kästchen geht), spach alle mit Namen an, kurze Sätze ("X, nimm mich mit", "Warum kommt Y nicht?") . Sie blieb dann auch wach und kam in die REHA. Jetzt kann sie mit Hilfe schon laufen. Sie kann zwar nicht schreiben oder lesen, nimmt aber alles wahr. Jeden Tag macht sie Fortschritte.
Die Mediziner wissen halt auch nicht alles....
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#2
ich danke dir, das du mir einen einblick in die geschichte deiner tante gegeben hast. es macht wirklich mut nicht aufzugeben und weiter zu glauben und zu hoffen, dass doch alles einmal gut wird.

in diesem sinne vielen dank

beate
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#3
Guten Morgen!

Auch ich wollte euch, nachdem ich den Beitrag gelesen habe, kurz von meinem Mann erzählen:

Steven hatte am 06.07.08 (komisches Datum) aufgrund eines unerkannten Herzfehlers (WPW-Syndrom), 5 Wochen nach unserer Hochzeit beim Renovieren der neuen Wohnung, Kammerflimmern bekommen. Freunde haben ihn direkt beatmet und auch der Notarzt war innerhalb von 5 Minuten da. Steven war nach 45 Minuten der Reanimation stabil genug, um ins KH transportiert werden zu können. Niemand weiss, wie lange er ohne Sauerstoff war. Fest steht aber, dass er einen hypoxischen Hirnschaden hat.
Er lag dann 1 Woche im künstlichen Koma, 1 Woche im "richtigen" Koma und ist dann ins Wachkoma übergegangen. Diagnose nach 2,5 Wochen war ein apallisches Syndrom und schwerster Pflegefall. Leider konnte er erst nach 4 Wochen in die Frühreha wegen seines Herzfehlers, der jetzt aber beseitigt ist. Er ist also jetzt eine Woche in der Frühreha. Als er dort ankam, war er bereits bei minimalem Bewusstsein ("minimal conscience state"). Am Wochenende sass er bereits im Rollstuhl und fing auch an zu sprechen. Fällt ihm zwar noch schwer und ist auch noch unverständlich zum teil, aber das alles hat er in einer Woche geschafft. Er macht sich sogar schon bemerkbar, wenn er zur Toilette muss.

Also, gebt nie die Hoffnung auf - ich hoffe auch auf weitere Fortschritte, so dass er bald wieder nach Hause kann (wie er es sich wünscht)...

LG
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#4
hallo ich finde es toll das manche menschen es ganz schnell wieder aus der wachkomma erwacher und es macht einen dann mut weiter zu machen. wünsche euch weiterhin viel kraft und gebt die hoffnung nicht auf
l g ute
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#5
Hallo, ich bin durchs Stöbern im Internet zufällig auf dieses Forum gestoßen. Leider erlitt mein Vater ( 74 Jahre ) durch einen plötzlichen nächtlichen Hustenanfall einen Herzstillstand und wurde zunächst durch meinen Bruder ( der im selben Haus wohnt ) wiederbelebt. Bis dann der Rettungswagen eintraf vergingen weitere wertvolle Minuten; aber plötzlich hatten sie ihn nach mehreren Reaminationsversuchen wieder. Er hatte aber eine lange Sauerstoffunterversorgung und kam im Krankenhaus sofort auf die Intensivstation, wo er auch weitere 8 Wochen verbrachte. Man erklärte uns, er wäre im Koma und es würde keine Hoffnung mehr bestehen. Eine Neurologin erklärte sogar, man könnte die Beatmung abstellen, damit das "Leiden" ein Ende hat und erklärte, er würde sowieso nie wieder zu sich kommen und schon gar nicht mehr alleine atmen können. Wir waren völlig durcheinander und bestanden auf weitere Behandlung. Sie sollten ihn nicht sterben lassen. So eine Entscheidung konnten wir nicht treffen.
Nach weiteren Tagen auf der Intensivstation merkte ich, daß mein Vater die Augen öffnete und uns teilweise fixierte - aber die Ärzte meinten, daß wäre Zufall und wir sollten uns nichts einreden. Dann sagte mein Bruder, "Papa, wenn du mich hörst, schließe bitte die AUgen" und dann geschah es. Spontan schloß er die Augen und wir weinten vor Glück, weil wir endlich mal eine Reaktion von ihm spürten. am darauffolgenden Tag, war aber überhaupt keine Reaktion bei ihm zu spüren. Er öffnete nicht einmal die Augen. Nach 8 Wochen wurde er in eine Reha-Klinik verlegt, wo er auch jetzt noch ist. Wie lange eine Reha- genehmigt wird, ist wohl von den Krankenkassen abhängig. Bei Besuchen, haben wir ihm Musik vorgespielt. Teilweise, kann er alleine ( mit einer "künstl. Nase ) unterstützt atmen. Ich hoffe, er schafft es ganz, von der Beatmung abzukommen. Letzte Woche hat er versucht, seinen kleinen Finger zu bewegen und als ich ihn aufforderte, dies nochmal zu tun, versuchte er es erneut. Ich wußte, er schafft es bestimmt - aber die Ärzte meinten, daß wäre Zufall und spastisch. Abends erklärte meine Mutter, er hätte den Arm bewegt und gedreht. Können wir weiterhin Hoffnung haben? Wir sind alle mit den Nerven am Ende. Die Belastung ist sehr groß. Dann frage ich mich, wenn er teilweise reagiert, müßte er doch auch bewußt seinen Zustand erleben und das machte mich noch viel trauriger. Ich wünsche mir so sehr, daß meine Papa wieder wach wird. Jetzt sind schon 10 Wochen vergangen und die Ärzte meinten, wenn nach 12 Wochen keine Sichtliche Änderung zu sehen ist, würde in der Regel der Zustand so bleiben.
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#6
liebe Uli
ich kann mich einfühlen wie es euch geht.eins vorweg.ich habe meine Tochter (24) nach einem schweren Schädel-Hirntrauma seit 1 1/2 jahren bei mir daheimn, da es nach einem halbem Jahr KH-Aufenthalt ähnliche Prognosen gegeben hat und sie ins Pflegeheim abgeschoben hätte werden sollen.
.Seit Freitag sitzt sie wieder aufrecht allein! im Schneidersitz bis zu 15 Minuten auf der Matte, sie isst und trinkt und beginnt auch sich mit Stimme zu verständigen.sie "geht" auch seit einemjahr auf´s Klo...wenn jemand ihre Signale aufnimmt und ihr die Gelegenheit gibt. Allein kann sie sich noch nicht dorthin bewegen.Sie beginnt aber auch ihre hände uind Füße selber zu bewegen.
Niemand kann sagen das wird nix mehr,das liegt nicht in der Entscheidungsgewalt der Ärzte,sonder woanders.
Vertraut auf ihn, und macht ihm Mut,denn es ist Schwerarbeit für euch und euren vater.Wenn er noch will, dann wird er das was für ihn möglich ist schaffen, wenn er das Gefühl bekommt dass er nicht aufgegeben ist und seine Plagerei nicht umsonst ist. Von allein gehts leider nicht.Also Kopf hoch, auch wenn es schwer fällt.Und haltet zusammen,denn ihr braucht jetzt alle Kräfte dafür.
Aber wenn er gehen will, dann soll man auch diese Entscheidung respektieren auch wenn es schwer fällt.
Es ist SEIN Lebensplan den er zu erfüllen hat und nicht eurer.Ihr begleitet ihn nur dabei und ihr habt die Chance jetzt in dieser Ausnahmesituation unendlich viel für euch zu lernen.
LG Hilde
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#7
Danke für dein Mitgefühl und deine rasche Antwort. Du kannst stolz auf deine Tochter sein, daß sie so Fotschritte macht und ich hoffe, daß noch viel mehr kommt. Bei meinem Vater hatte ich allerdings nicht seine Krankheitsvorgeschichte erwähnt. Er hatte mit 50 Jahren einen schweren Herzinfarkt und wurde damals auch wiederbelebt, war auch lange ohne Sauerstoff, aber hat es gepackt. Dann hat er mehrfache Lungenriße erlitten und ist letztes Jahr auch noch an der Lunge opperiert worden. Auch das hat er geschafft. Dann bekam er durch falsche Blutverdünnungsdosierung vor einem halben Jahr einen Schlaganfall. Auch diesen hat er gut überstanden, wobei aber seine linke Sicht stark eingeschränkt war. Durch Therapie und Training hat er es aber geschafft und war gerade auf dem Weg der Besserung. Wenn man das allles liest, denkt man wahrscheinlich, daß mein Vater eh schon "halbtot" war. Dem war aber nicht so. Er steckte voller Lebensfreude, fuhr Motorrad und vergötterte meine Mutter,die vor dem besagten Geschehen ihren 50gsten Hochzeitstag "feiern" durften.
Man macht uns wenig Hoffnung, weil er schon so "alt" und gesundheitlich "vorgeschädigt" ist. Aber man sagte uns schon so oft in Krankenhäusern, daß er nicht mehr gesund wird und er schaffte es immer wieder.
Wir geben die Hoffnung nie auf, möchten aber auch nicht, daß er leidet. Er wollte bestimmt niemals in einem solchen Zustand sein. Ihn vorsorglich in einer Pflegeeinrichtung anzumelden tat weh und der Gedanke daran macht mich traurig.
Vielleicht gibt es ja doch noch ein Wunder. Ich hoffe, daß er noch weiterhin in der Reha-Klinik Fortschritte macht. Heute hat er sich überhaupt nicht gerührt - nicht einmal die Augen geöffnet. Meine Mutter ist mit ihrer Kraft bald am Ende und furchtbar unglücklich. Die Reha-Klinik liegt 2 Autostund-Fahrten entfernt und sie ist als Begleitperson bei ihm - aber im Prinzip ist sie alleine.....Wir versuchen sie zu Unterstützen, wo es nur möglich ist - aber kommen mit der Situation überhaupt nicht klar.

Ich wünsche dir auch weiterhin viel Kraft mit deiner Tochter.
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#8
Hallo Uli,

bei meine Mutter (57 Jahre) war es so ähnlich, nach einer 15 min. Reanimation im Rettungswagen wurde meine Mutter in die Klinik gebracht. Dort sagten uns die Ärzte bereits nach wenigen Stunden eine geringe Chance für ein Zitat: "lebenswertes Leben" voraus. Nachdem meine Mutter auch aus dem medizinischen Koma nicht wieder erwachte und einen Wachkomazustand erreichte, sagte uns ein Oberarzt Zitat "wenn es meine Frau oder Mutter wäre würde er keine lebensverlängernden Maßnahmen einleiten und über die Weiterführung der künstlichen Ernährung nachdenken".

Ich finde, dass sich kein Arzt solche Äußerungen erlauben sollte, da die Medizin im Forschungsbereich des Wachkomas noch in den Kinderschuhen steckt.

Meine Mutter atmet alleine und ich finde, wenn man die Ernähung einstellt ist das ja wie verhungern lassen und Mord.

Ich stimme Hilde voll und ganz zu, wenn ein Mensch gehe will, dann muss man es - auch wenn es schwer fällt - akzeptieren, aber solange Hoffnung besteht sollten wir alle kämpfen.

Und ob irgendjemand (besonders Ärzte) das Recht hat über das Leben eines Einzelnen zu befinden, wie lebenswert es ist oder nicht, bezweifle ich.

Jeder lebt sein eigenes Leben auf seine individuelle Art und Weise.

Meine Mutter wird morgen aus der Reha entlassen und ich muss heute noch die letzten Vorbereitungen für ihr Zimmer in der Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürfte in Brandenburg treffen. Ich finde diese ambulante Pflege in der WG für meine Mutter schöner als ein Pflegeheim. Die Krankenkasse sieht das leider etwas anders.
Aber mal schauen - Uli denke daran, nicht aufgeben und man wächst mit seinen Aufgaben.

LG eva
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#9
Danke für deine lieben Worte. Ich sehe es ganz genau so. Sauerstoff- reduzieren oder abdrehen, daß ist ja wie Ersticken lassen. Genauso wie mit der Ernährung einstellen. Soetwas könnten wir ihm niemals antun. Ich hoffe, er macht noch Fotschritte. Ich wünsche es so sehr.
Gestern abend hatte er die Augen geöffnet und war wacher. Aber die Ärzte meinten, einem Bakterium würde es besser gehen. Das könne sich wenigstens bewegen.
Und wenn wir Bewegungen feststellen, z.B. das langsame selbstständige Drehen seines Armes oder das bewegen seines Fingers auf aufforderung, wäre angebliche Spastiken.
Ich wüßte wirklich sehr gerne, wie groß sein Hirnschaden ist. Für ein CT wäre es noch zu früh ( es ist jetzt 10 Wochen her ) und ein EEG wäre überhaupt nicht Aussagekräftig.

Wir hoffen weiter und ich werde berichten...GLG Uli
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#10
hallo uli,

niemals die hoffnung aufgeben!!! sie hält euren papa aber auch euch oben für alles was noch kommem mag. hoffen wir das beste - aufwachen!

LG
Patrick
Verzweifelter Sohn mit Hoffnung auf ein Wunder!
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